News aus der Gesundheitswelt

Letzter Ausweg Operation?

 

85 Prozent der Rücken-Eingriffe unnötig

Das Kreuz macht den Menschen in Deutschland zu schaffen: 60 Prozent der Frauen klagen darüber, dass sie häufig oder dauerhaft an Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen leiden. Bei den Männern sind es 51 Prozent. Selbst bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren hat schon fast jeder zweite "Rücken" (47 Prozent), so eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Patienten mit Rückenleiden, denen der Arzt eine Operation vorschlägt, müssen sich allerdings nicht gleich unters Messer legen: "85 Prozent der Rücken-Eingriffe haben sich nach einer Zweitmeinung als  unnötig herausgestellt", sagt Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements. "Das zeigt eine aktuelle Auswertung unseres Modellprojekts 'Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Operationen'."

TK-Versicherte können sich bei diesem Projekt vor einem geplanten Eingriff kostenlos innerhalb von zwei Tagen eine professionelle zweite Meinung bei einem Team von Spezialisten einholen. In einem von bundesweit 33 Schmerzzentren untersuchen die Experten aus Physio-, Schmerz- und Psychotherapeuten den Patienten erneut und empfehlen ihm gegebenenfalls eine alternative Therapie.

Mehr als 1.700 TK-Versicherte haben sich seit dem Start des Projekts vor fünf Jahren bereits eine Zweitmeinung eingeholt. Bei gut 1.450 der Patienten haben die Spezialisten den operativen Eingriff als nicht notwendig eingestuft und eine nichtoperative Behandlung empfohlen - zum Beispiel eine Physio- oder eine Schmerztherapie. Damit erweisen sich im Schnitt gut vier von fünf Rücken-OPs als nicht notwendig. Klaus Rupp von der TK: "Die zweite Meinung nutzt den Patienten. Ihnen bleiben Klinikaufenthalte und Operationsrisiken wie Nerven- und Gefäßschädigungen oder Narbenprobleme und Verwachsungen erspart."

Der Gesetzgeber hat die Vorteile der Zweitmeinung erkannt und will im geplanten Versorgungsstärkungsgesetz ein geregeltes Verfahren verankern. So sollen Patienten bei bestimmten operativen Eingriffen grundsätzlich die Möglichkeit erhalten, sich eine zweite Meinung durch einen unabhängigen Experten einzuholen. "Das begrüßen wir", sagt Rupp. "Sinnvoll ist aus unserer Sicht nicht nur bei Rückenschmerzen eine zweite Meinung, sondern insbesondere auch bei Operationen an Gelenken und bei planbaren kardiologischen Eingriffen."

Laut Gesetzentwurf soll jeder Patient, dem eine entsprechende OP bevorsteht, mindestens zehn Tage vor dem Eingriff von seinem Arzt über sein Recht auf eine unabhängige zweite Meinung aufgeklärt werden. Klaus Rupp:  "Diese Frist ist sehr kurz. Für den Patienten kann es dadurch zeitlich schwierig werden, sein Recht auf eine Zweitmeinung wahrzunehmen. Es ist zu überlegen, die Frist auf vier Wochen zu verlängern."

 

Quelle: Techniker Krankenkasse, 19.03.2015

Therapeuten und Patienten: Bürokratie hemmt Behandlung

 

Masseure und Physiotherapeuten – Berufsgruppen zwischen den Mühlsteinen

Das Sozialgesetzbuch, Fünftes Buch (SGB V), das die Regeln für die Gesetzlichen Krankenkassen enthält, hemmt die Vergütungsentwicklung im Bereich der Physiotherapie seit nunmehr zwanzig Jahren, weil es "den Spielraum für die Vergütungsentwicklung auf einen sehr schmalen Korridor verengt, Verhandlungen mit dem Ziel einer wirtschaftlich vertretbaren Preisgestaltung sind so von vornherein nicht möglich", so Dr. Michael Stehr, Bundesgeschäftsführer des VDB-Physiotherapieverbandes. Dafür wuchert die Bürokratie der Gesetzlichen Krankenkassen umso hemmungsloser. Mittlerweile wenden nicht nur Ärzte, sondern auch Therapeuten etliche Arbeitsstunden pro Woche für den Papierkrieg auf.

Doch nicht allein die zusätzliche nicht vergütete Arbeitszeit belastet die Praxen. Der Wirrwarr der bürokratischen Regeln wird von vielen Gesetzlichen Krankenkassen genutzt, um tatsächlich erbrachte Leistungen nicht bezahlen zu müssen. Nebensächliche Fehler auf der Verordnung führen nicht selten zum Einbehalt der Vergütung, obwohl die wesentlichen Informationen – Diagnose, verordnete Behandlungsart, Behandlungsanzahl sowie Behandlungshäufigkeit pro Woche und Bestätigung des Patienten über den Erhalt der Behandlung – deutlich ablesbar sind. Die meisten Praxen prüfen daher schon vor Behandlungsbeginn alle Verordnungen der Ärzte auf Fehler und legen die Verordnung dann dem Arzt zur Korrektur vor. Nicht alle EDV-Programme, die von Ärzten genutzt werden, liefern durchgängig korrekte Verordnungen, weil die Details der komplexen Regelungen für die ärztliche Verordnung, die auf der sogenannten "Heilmittelrichtlinie" basieren, in der Software nur schwer abzubilden sind. Alternativ muss der Therapeut von der Behandlung absehen, wenn er sicher weiß, dass diese nicht bezahlt wird, denn keine Praxis kann es sich häufig leisten, dass erbrachte Behandlungen nicht bezahlt werden: die selbständigen Therapeuten müssen ihr eigenes Einkommen bestreiten und die Mitarbeiter bezahlen können.

Insgesamt ist das eine absurde Situation, denn eigentlich ist der Arzt verantwortlich für seine Verordnung und müsste für Fehler haften, nicht der Therapeut.
Manche Patienten – leider viel zu wenige, weil die meisten von der Nichtzahlung an die Therapeuten niemals erfahren – üben sich zu Recht im Fremdschämen und beschweren sich bei ihrer Krankenkasse – sie bezahlen ihren Kassenbeitrag schließlich auch und haben kein Verständnis für die Nichtbezahlung von Behandlungen, denn sie wissen, dass sie die verordnete Behandlung erhalten haben.

 
 

 In die Tiefe gehen

 

Alternative Behandlungsformen gegen Rückenschmerzen

Heutzutage stellen besonders Bewegungsmangel und Fehlhaltungen typische Auslöser für Rückenbeschwerden dar. Denn durch einen relativ inaktiven Alltag kommt es zu Verspannungen in Tiefenmuskulatur und Bindegewebe. „Um daraus entstehende Schmerzen zu lindern, zielen Therapien vor allem auf die sanfte Mobilisation dieser Strukturen ab, sodass Betroffene im besten Fall auf Medikamente verzichten können“, betont Dr. Robert Saxler, Facharzt für Orthopädie in der SternKlinik in Bremen. „So lassen sich verhärtete Bereiche beispielsweise mithilfe spezieller Koordinations- und Stabilitätsübungen lockern. Aber auch neuartige Vibrationstherapien oder osteopraktische Techniken erzielen Erfolge bei der Behandlung von Rückenschmerzpatienten.“


Verklebungen lösen

Unseren Körper durchzieht ein Netz von Bindegewebestrukturen, sogenannte Faszien, die als Verbindungselement zwischen Knochen, Muskeln und Sehnen sofort auf Störungen reagieren. Mit der Zeit führen Fehlbelastungen und Bewegungsmangel zu Verklebungen dieser inneren Strukturen. Schmerzen entstehen. „Um Bindegewebe und Tiefenmuskulatur wieder zu lockern, reichen normale Bewegungsformen oder Kräftigungsübungen meist nicht aus. Denn damit erreichen Betroffene lediglich die oberflächlichen Strukturen. In diesem Fall rate ich zu einem speziellen faszienorientierten Training“, erklärt Dr. Saxler. Dazu stehen unterschiedliche Stabilisations- und Koordinationseinheiten bereit, die Patienten unter fachlicher Anleitung durchführen sollten. Übungen wie der Einbeinstand auf einem Wackelkissen in Kombination mit einem elastischen Stab in der Hand schulen unsere Tiefenmuskulatur beispielsweise bereits enorm. Und auch mithilfe spezieller funktioneller Taping-Techniken wie dem Kinesiotaping lassen sich Faszien behandeln. Hierfür fixieren Experten ein besonderes elastisches Band in unterschiedlichen Lagen und abgestimmt auf die Beschwerden auf der Haut. Dieses löst verklebte Faszien und eine Schmerzlinderung stellt sich ein.


Mit Vibrationen gegen Schmerzen

Als vielversprechende Alternative zu Schmerzmitteln bei Rückenschmerzen entwickelten Experten eine Methode, die mithilfe von Vibrationen arbeitet: die Matrix-Rhythmus-Therapie. Die Behandlung aktiviert mithilfe eines speziellen Massagegeräts die körpereigenen Schwingungen der Skelettmuskulatur und Verspannungen lösen sich tiefgreifend. „Patienten beschreiben diese Therapieform oftmals mit den Worten, dass die Beschwerden wie von selbst weggingen“, sagt der Rückenspezialist.


Triggerpunkte finden und behandeln

Auch sogenannte osteopraktische Techniken kommen für Rückenschmerzpatienten infrage. Dabei werden mithilfe spezieller Messgeräte Bewegungseinschränkungen an den Gelenken festgestellt. Außerdem sucht der Therapeut durch Abtasten nach verkürzten Muskeln. Auf diese Weise lassen sich sogenannte Triggerpunkte finden. „Darunter verstehen Experten knötchenförmige Verdichtungen der Muskulatur, die als lokale Entzündungen Schmerzen auslösen. Manchmal treten diese auch fernab der beschwerdeauslösenden Stelle auf“, weiß Dr. Saxler. Um Probleme zu lindern, setzen Osteopraktiker an den Triggerpunkten gezielt Reize durch Drucktechnik, sodass sich verhärtete Strukturen lösen. Insbesondere chronische Rückenschmerzpatienten erhalten dadurch spürbare Besserung. Für wen sich welche Therapie am besten eignet, sollten Betroffene immer individuell mit ihrem Arzt absprechen.

Weitere Infos unter www.sternklinik.net

 

Quelle: SternKlinik Bremen (openPR), 16.03.2015

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